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[Test] - Trials of Mana


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Trials of Mana ist keine kühne Neuerfindung. Während es einer grafischen Überarbeitung unterzogen und Systeme hinzugefügt wurden, die unter anderem helfen sollen, das Kampfsystem zu verfeinern und zu modernisieren, ist dieses Remake bewusst sehr nah am Original gelandet. Eine Kombination aus Moderne und Nostalgie, die sich so manches Mal selbst im Weg steht, aber einiges an Stärken vorzuweisen hat.

 

Trials of Mana unterscheidet sich von Anfang an von anderen traditionellen japanischen Rollenspielen durch die Präsentation eines Pools von Helden. Zunächst wählt man sich drei der sechs Charaktere aus, die dann für den gesamten Spielverlauf in der Party bleiben. Nah- und Fernkämpfer, Magier, Heiler; die Klassen sind unterschiedlich, aber nichts außergewöhnliches und bieten so viel Spielraum für taktische Präferenzen. Auch wenn der Handlungsstrang der gleiche bleibt, verändert die Wahl der Charaktere die Dialoge und beleuchtet die Geschehnisse, die diese ungleiche Gruppe zusammengeführt haben, aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

 

Während der Hauptcharakter als Protagonist des Spiels genutzt wird, können den anderen Charakteren Verhaltensmuster zugewiesen werden. Die Kontrolle im Kampf kann man jedoch dennoch zu jeder Zeit übernehmen. Hier bewegen sich Vor- und Nachteil des Setups übrigens sehr nah an einander vorbei. Die getroffene Wahl kann nicht mehr geändert werden und verdammt einen dazu, das gesamte Spiel mit den ausgewählten Charakteren zu erleben. Sicherlich, dieser Grundansatz bietet Wiederspielwert, jedoch sind einige Kombinationen vorteilhafter als andere, was für unerfahrene RPG-Spieler für Frustration im Laufe des Abenteuers sorgen kann.

 

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Die Charaktere selbst sind die üblichen Fantasy-Individuen und kommen zum Teil auch mit den gleichen Eigenschaften und Geschichten daher. Adelshäuser, vertriebene Prinzessinnen, auf sich allein gestellt; es wird sich hier vieler Stereotypen bedient, die man irgendwie, irgendwo, irgendwann schon Mal gehört oder gesehen hat. Das kann, wenn man beispielsweise mehrfach die gleiche, beziehungsweise eine ähnliche Hintergrundgeschichte zu hören bekommt, etwas langatmig werden. Die Hauptgeschichte hat sich ebenfalls nicht verändert, so muss man immer noch den Mana-Baum retten, indem man das Schwert aus dem Baum zieht und die Mana-Göttin wieder zum Leben erweckt. Eine Sage, die die kleine Gruppe auf ihren Wegen begleitet und als Dreh- und Angelpunkt aller Handlungen dient.

 

Ganz und gar nicht langatmig sind jedoch die Möglichkeiten, mit denen die Charaktere individualisiert werden können. Bis zu drei Mal kann jeder Charakter im Verlauf des Spiels seine Klasse ändern und sich so in seinem Fachgebiet spezialisieren. So kann Schwertkämpfer Durand im späteren Verlauf beispielsweise zum Ritter oder Gladiator werden, wobei wir erneut beim Thema „Wiederspielwert“ wären.

 

Die meiste Zeit des Spiels verbringt man jedoch im Kampf und das ist gut so. Ohne große Unterbrechung wird in den Kampfmodus gewechselt, in dem man sich frei bewegen kann und, bei aller Agilität, dann mit den unterschiedlichen Attacken seines Charakters, angreifen kann. Informationen über den aktuellen Zustand der Party erhält man am unteren Bildschirmrand, so kann man zu jeder Zeit einsehen, wie viele Lebenspunkte oder Mana die Helden/innen noch haben. Auch darf hier gewechselt werden, um so den größten Nutzen aus, beispielsweise, den Fähigkeiten der Heilzauber zu ziehen.

 

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Der Titel verlangt eine ähnliche Aktionsfrequenz wie etwa die modernen Final Fantasy-Titel, was sich am aller besten spielen lässt, wenn man eine nette Helden-Kombination gefunden hat und die KI-Partner ihre gesetzten Aufgaben selbstständig umsetzen. Dann spielt sich Trials of Mana enorm schnell, flüssig und bietet ein gutes Gefühl für Effektivität und Energie. Ein Gefühl, welches von den wuchtigen Spezialangriffen der Charaktere und deren visuell anspruchsvollen Umsetzung getragen wird.

 

Neben den eigenen Fähigkeiten und Gegenständen, beispielsweise zur Heilung, ist auch der Tag- und Nachtzyklus für den Kampf relevant. Wenn ein neuer Tag beginnt, wird man darüber informiert, welche Elementarangriffe an diesem Tag besonders stark sein werden. Zwar ist dieses Feature definitiv kein Gamechanger, kann aber vor allem auf magische Fähigkeiten bauenden Spieler durchaus helfen, den einen oder anderen Boss zu besiegen oder mit anderen Kombinationen zu experimentieren. Außerdem kann Kevin, einer der sechs Protagonisten, sich des Nachts in einen Werwolf verwandeln. Ist das Feature also wenig relevant für den allgemeinen Gebrauch, wird es mit Kevin in der Party durchaus zur taktischen Komponente.

 

Im Verlauf des Spiels reist man so von Dorf zu Dorf, besiegt kleine Gegner, Gegnergruppen und riesige Bosse, lernt seine Party besser kennen und genießt die wunderbar nostalgische Atmosphäre, die hier durchaus mehr als gelungen ist. Trials of Mana ist – spielerisch gesehen – ein klarer Erfolg und nach dem etwas schwächelnden Secret of Mana-Remake ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch audiovisuell ist der Titel durchaus gut gelungen. Die sehr stark überzeichneten, typischen JRPG-Charaktere wurden hervorragend aus ihrem Pixel-Gewand in 3D übertragen und kommen zudem mit einer schönen Welt und großartigen Effekten daher, die natürlich primär im Kampf glänzen. Die musikalische Untermalung kann ebenso überzeugen, besteht sie doch größtenteils aus klassischen Stücken, die ihrem Vorbild entsprechend nachempfunden wurden.

 

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Die einzigen größeren Schnitzer stellen zum einen die englischen Stimmen dar, die mit einer zumeist unpassenden Emotionalität daherkommen und so die gezeigten Szenen oft falsch widerspiegeln oder sie in eine falsche Richtung treiben. Wer sich an japanischer Synchronisation nicht stört, findet hier definitiv die passendere Variante. Ausgewählt werden können nämlich beide.

 

Der zweite – und größere Brecher – ist das Fehlen des Co-Op-Modus, der den Titel damals auf dem SNES wohl das größte Highlight der Reihe war. Sicher, man kann den Titel immer noch „zusammen“ spielen, jedoch nicht mehr zusammen. Es hätte ja nun kein komplizierter Online-Modus oder dergleichen sein müssen, aber die Möglichkeit, mit Freunden oder Familie zusammen durch die Gegend zu streifen, wäre – im Angesicht der Genre-Trends – wirklich erfrischend gewesen. Schade!

 

Trials of Mana ist – bis auf die genannten Dellen – eine durchaus gelungene Neu-Interpretation des Klassikers, wobei der Fokus hier auf „Klassiker“ und weniger auf „Neu“ liegt, was wir durchaus begrüßen. Wer Lust und Zeit für ein JRPG mit ordentlichem Umfang und einem primär seichteren Ton hat, wird hier mehr als fündig.

Infos
Trials of Mana
Trials of Mana Packshot
Publisher: Square Enix
Entwickler: Square Enix
Release: 2020-04-24
Zusammenfassung
Trials of Mana begibt sich auf sicheren Pfaden entlang des Klassikers und beschreitet somit den einzigen richtigen Weg, den ein Titel beschreiten sollte, der solch ein Erbe antritt.
Positiv
  • Umfangreiche Klassen-Auswahl
  • Wunderschöne Optik
  • Hervorragend agiles Kampfsystem
Negativ
  • Fehlender Co-Op-Modus
  • Englische Synchronisation
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