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[Test] Bladed Fury


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Chinesische Mythologie, actiongeladenes Gameplay à la Strider und als i-Tüpfelchen auch noch ein Grafikstil, der nicht vollkommen zufällig an Vanillaware erinnert. All diejenigen unter euch, die nach dieser anziehenden Dreierkombination hellhörig geworden sind, sollten sich den folgenden Test von Bladed Fury nicht entgehen lassen.

 

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Das Land Qi, irgendwann in der Vergangenheit. Prinzessin Ji befindet sich gerade auf dem Weg zu dem kranken König, als sie erfährt, dass sein Lebenslicht bald erlischt. Schnellstens eilt sie also für einen letzten tränenreichen Abschied an die Seite ihres Vaters. Anders als erwartet, gehört die menschliche Hülle des einstigen Herrschers indessen bereits der Vergangenheit an. Dieser hat sich auf unerklärliche Art und Weise in ein titanähnliches Monster verwandelt und möchte seiner trauernden Tochter an den Kragen.

 

Ganz dem königlich herrschaftlichen Setting getreu, folgt daraufhin ein Komplott aus Intrige und Verrat. Ganz an der Spitze befindet sich der selbstverständlich perfide und zwielichtige Minister Tian, welcher nicht nur Ji für vogelfrei erklärt, sondern zu allem Überfluss auch Jis Schwester zur Frau nehmen möchte. Es ist nun an Ji, ihre Schwester zu retten und dem schleimigen Minister seiner gerechten Strafe zuzuführen.

 

Wie bereits anklingt, ist die Geschichte von Bladed Fury sicher nicht allzu originell. Dementsprechend ist es auch nicht der Handlungsverlauf selbst, sondern primär die Inszenierung, mit der die chinesischen Entwickler hier punkten. Die vertonten und atemberaubend schönen Zwischensequenzen im Stile eines Gemäldes wie „Die große Welle von Kanagawa“ tragen den Spieler unter Zuhilfenahme von hübschen Charakterporträts durch die Story und schaffen es dabei einen Hauch von mythisiertem Fernost zu verbreiten, ohne dass die knallharte Action des Gameplays zu sehr darunter leidet.

 

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Das Gameplay ist es dann auch, bei dem sich Spieler von Vanillaware Titeln wie Odin Sphere oder Muramasa: The Demon Blade sofort heimisch fühlen werden. Es wird gesprungen, gewirbelt und geschnetzelt, wobei letzteres primär über ein recht klassisches Kombosystem realisiert wird. Prinzessin Ji besitzt eine kleinere Waffe, die zwar weniger Schaden macht, dafür aber immerhin deutlich schneller zuschlägt und ein großes, langsames Zweihandschwert, welches das Zerhacken größerer Gegner erleichtert. Zusätzlich kann es ebenfalls zum Abblocken von Projektilen verwendet werden, was insbesondere bei den zahlreichen Fernkämpfern durchaus von Vorteil ist.

 

In Kombination mit den verschiedenen Luftattacken, mit der sich am Boden liegende und dadurch für Schaden weniger anfällige Feinde stylisch in die Luft katapultieren lassen und dem Schild, welches bei einem zeitlich perfekten Block zu einem zerstörerischen Konter führt, bietet das Bladed Fury zwar einiges an Angriffsvielfalt, etwas mehr, hätte dennoch nicht geschadet. Manchmal wirkt es im Vergleich zur Genrekonkurrenz nämlich dennoch limitiert.

 

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Immerhin erlaubt das an Speicherlaternen aufrufbare Upgradesystem, welches mit den Seelen verstorbener Gegner gefüttert wird, eine gewisse Form spielerischer Freiheit. So lassen sich nicht nur passive Effekte wie Schadensteigerungen erwerben, sondern tatsächlich neue Moves für eure Waffen freischalten, die das zu Beginn recht rudimentäre Kombosystem zumindest teilweise, wenn auch nicht gänzlich, kompensieren. Ein äußerst hilfreiches Vorschaufenster verrät, ob der neue Angriff die hart verdienten Seelen auch wirklich wert ist, oder ihr doch lieber auf etwas spart, das eurem persönlichen Spielstil zugutekommt.

 

Reichen normale Attacken einmal nicht aus, schaltet ihr im Verlaufe des Spiels mehrere Spezialattacken frei, die teils bildschirmfüllend kurzen Prozess mit jedem Angreifer machen, der sich Prinzessin Ji in den Weg stellt. Insbesondere bei den zahlreichen Bosskämpfen, die sowohl ein definitives Highlight aber auch einen Frustfaktor von Bladed Fury darstellen, erweisen sich die Beschwörungszauber, welche unter anderem einen unüberwindbaren Pfeilhagel oder einen saugstarken Vortex beschwören, als absolute Lebensretter. Anfänglich sind die Bosse zwar kein Zuckerschlecken, aber immerhin überwindbar. Später werden sie aufgrund ihrer Vielzahl an unberechenbaren Angriffen, die teils nur einen zentimetergroßen Spielraum zum Manövrieren lassen, hingegen äußerst fordernd und manchmal etwas unfair.

 

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Zumindest auf technischer Ebene lassen sich die Entwickler kaum lumpen. Wüsste ich es nicht besser, könnte sich Bladed Fury aufgrund seines imposanten auffälligen Grafikstils in die Vitrine neben Vanillaware und Co. einreihen und würde kaum aus der Reihe fallen. Die Animationen, allen voran die der eigenen Spezial- aber auch gegnerischen Bossangriffe, sehen absolut fantastisch aus. Auch die Levels, welche mit einigen, wenn auch wenigen Abzweigungen aufwarten und somit letzten Endes ein wenig Raum für Entdecker lassen, reichen von opulenten, königlichen Palästen, verwinkelten Feldlagern bis hin zu siedend heißen Lavabecken und servieren somit eine ordentliche Portion visueller Abwechslung.

 

Erst ein genauerer Blick offenbart kleinere Unzulänglichkeiten. So ist die Gegnervielfalt im ersten Moment zwar durchaus beeindruckend, manchmal wirkt es jedoch so, als haben die Entwickler in die Asset-Schublade gegriffen und einfach alles in Feinde verwandelt, egal ob es thematisch in das aktuelle Gebiet passt oder nicht.

 

Die meiste Zeit ergeben alle einzelnen Elemente der verschiedenen Areale allerdings durchaus ein großes harmonisches Gesamtportrait, welches sich vor anderen Genrevertetern nicht wirklich zu verstecken braucht. Vor allem die hervorragend traditionelle Musik, die mit wohlklingenden Streichern und pumpenden Perkussionsinstrumenten den Puls in die Höhe treibt, verströmt zusammen mit der durchaus ungewohnten aber keineswegs schlechten chinesischen Sprachausgabe eine atmosphärische Stimmung des antiken China.

 

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Fazit

Bladed Fury ist beileibe nicht perfekt. Frustrierende Bosse, eine limitierte Angriffspalette sowie eine relativ rigide Levelarchitektur schmälern ohne Zweifel den positiven Initialeindruck.

 

Dennoch kann ich Bladed Fury all dies verzeihen. Warum? Schlicht und ergreifend aufgrund der erstklassigen Präsentation. Nur selten fühlte ich mich dermaßen in eine fast schon fremdartig fernöstliche Welt hineingezogen, wie in Bladed Fury. Nur Vanillaware schafft dies sonst. Wer also kleinere Fauxpas und die etwas kurze Spielzeit von 3-5 Stunden übersehen kann, erhält einen äußerst unterhaltsamen 2D-Action-Plattformer.

 

 

 

Aufgrund von Datenbankproblemen kein Testkasten:

 

Positiv:

- Grafikstil

- Geschmeidiges Kampfsystem

 

Negativ:

- Spieldauer

- Waffenauswahl könnte größer sein

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